Rückblick 

Ok. Der Alltag hat uns wieder. Die 7 Wochen waren wirklich die beste Erfahrung seit Jahren. Wir haben unsere Aufgabe -wie ich denke- sehr gut erfüllt. Der Abschied von Zighy Bay fiel uns gewiss nicht leicht.Auch wenn wir uns auf Hamburg gefreut haben. 

Der ganze Staff des Resorts war die ganze Zeit über sehr sehr nett zu uns und ist uns echt ans Herz gewachsen.Vor allem Jaleel war extrem hilfsbereit und sehr fleißig. Mit ihm stehen wir immer noch in Kontakt. Aber auch Hannes sei hier nochmals gedankt.Das von ihm entgegengesetzte Vertrauen war schon ein Ritterschlag für uns. 

Ansonsten hatten wir fantastische Tauchgänge und durchaus nette Gäste. Da meine GoPro in die ewigen Jagdgründen gegangen ist, haben uns viele der Gäste ihre Fotos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! 

Was uns noch aufgefallen ist, ist das wir viel zu viel Sachen mit hatten. Wenn man eine Waschmaschine oder Wäscherei zur Verfügung hat, dann sollte man wirklich so wenig wie möglich mitbringen. 

Im nächsten Jahr wollen wir wohl wieder als Tauchlehrer im Ausland arbeiten. Mal sehen, was sich so ergibt. Ich habe jedenfalls Lust auf ein weiteres Abenteuer. 

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Six Senses Resort 

Einer der Pools mit Meerblick 


Eins der 3 Restaurants im Resort 

Unsere Fortbewegungsmittel

Selbst ein Affe könnte das benutzen; -)

Lounges zwischen den Villen

Hart arbeitender Tauchlehrer. Psst nich stören, er denkt nach!

Der Garten der nach und nach weiter ausgebaut wird. In ein paar Monaten soll sich das Resort selbst versorgen können. 

Zuckerrohr, ich wüsste dafür schon einen Verwendungszweck…

Die weltbesten Chilis! Davon kommen welche nach Hamburg. 

Erfahrungen mit Tauchgästen Teil 2

Ok, wir haben jetzt nur noch ein paar Tage im Oman und es wird Zeit für die letzten Beiträge.

Wir hatten so unterschiedliche Taucher dabei, auf die ich an dieser Stelle nochmal eingehen möchte.

Es gibt grundsätzlich 3 Kategorien von Tauchern:

1. Absolute Anfänger 

2. Fortgeschrittene 

3. Profis

Aber die Einschätzung ihrer Fähigkeiten kommt immer von den Kunden selbst. Wir urteilen erst unter Wasser…

Wir hatten vor ein paar Tagen zwei Jungs aus Kuwait zu besuch. Beide standen gut im Futter und waren auch knapp 190 cm groß. Auf dem Weg zum Tauchspot, fragten wir die beiden wie immer unauffällig aus. Der eine hatte 5 Tauchgänge der andere 10. Ohaaaaaa. Ihre Tarierung sei aber vom feinsten. Okay?! Uns schwante böses. Aber wir wollten uns gerne besseres belehren lassen. Also ging es nach kurzem Tauchspotbriefing ab ins Wasser. Was dann passierte war der Hammer. Beide lagen dermaßen gut im Wasser , das wir mit den beiden durch ziemlich enge Unterwassercanyons tauchten. Der Luftverbrauch war mehr als gut (das bedeutet, das sie wenig Pressluft verbrauchten). Nach fast einer Stunde gab es von uns erstmal Highfive und unsere respektvolle Anerkennung. Diese beiden Jungs haben so manchen (selbsternannten)“Profi“ alt aussehen lassen. 

Wo wir dann zu der nächsten Kategorie kommen, den vermeintlichen Fortgeschrittenen. Diese Taucher haben meistens etwas mehr als 50 Tauchgänge und sind etwas selbstbewusster. Davon hatten wir so einige. Die meisten waren tatsächlich gut (vor allem ihre Tarierung konnte sich sehen lassen), hatten aber mit dem Luftverbrauch zu kämpfen. Da wir hier mehr als Guide arbeiten und nicht als neunmalkluge Tauchlehrer, werden Tipps gerne angenommen. So kam es gerade bei den Männern zur Verdopplung der Tauchzeit. Anschließend war die Stimmung natürlich sehr gut und uns wurde oft dafür gedankt.

Die dritte Kategorie, den vermeintlichen, selbsternannten Profis, kommt man mit Tipps nicht wirklich näher. Können alles, wissen alles und müssen dann als erste aus dem Wasser. Ok, sicherlich nicht alle. Aber es war schon auffällig, dass die Überheblichen mit über 500 Tauchgängen eigentlich die schlechteren Taucher waren. Woran es liegen könnte, weiß ich auch nicht wirklich. Was jedenfalls bemerkenswert ist (und zwar egal wo man taucht) das Frauen offenbar nicht atmen. Sie verbrauchen einfach keine Pressluft. 

Unsere Tauchplätze 

Octopus Rock

Tiefe: 30 Meter 

Sichtweiten: zwischen 10 und 20 Metern 

Was einen erwartet  : Ein intaktes schönes Hart- und Weichkorallenriff mit massenhaft Baracudas, Kofferfischen, Muränen, Makrelen und riesigen Seepferdchen (bis zu 30 cm gross)!

Cave 

Tiefe: 18 Meter

Sichtweiten: zwischen 5 und 15 Metern 

Was einen erwartet: Eine mittelgroße Höhle mit blauen und lilafarbenen Korallen. Große Langusten und Rochen bewohnen die Höhle. Zudem kann man in ca. 8 Metern tiefe von einer Seite zur anderen tauchen.
Lima Rock Nord und Süd 

Tiefe: 30 Meter 

Sichtweiten: zwischen 5 und 30 Meter

Nur für erfahrene Taucher.

Was einen erwartet: Ein Hart- und Weichkorallenriff,  Schulen von Kaiserfischen und Fledermausfischen, Rotfeuerfische, Schildkröten, Rochen und natürlich große Langusten.

Ras Lima 

Tiefe: bis 18 Meter

Sichtweiten: zwischen 5 und 15 Meter

Was einen erwartet: Muränen, Kaiserfische, Anemonenfische, Rochen und manchmal Leopardenhaie.

Sanat
 

Tiefe: maximal 18 Meter 

Sichtweiten: zwischen 5 und 15 Meter 

Was einen erwartet: Weich- und Hartkorallen, Schildkröten, Rochen, Kofferfische

Wonder World

Tiefe: bis zu 30 Meter

Sichtweiten: 5 bis 20 Meter

Was einen vor Ort erwartet: Ein wunderschönes Hart- und Weichkorallenriff, Kofferfische, Muränen, Flötenfischen, große Schulen von Fledermausfischen, riesige Langusten, Rochen und Doktorfischen. 

Ras Marovi 

Tiefe: bis zu 30 Meter 

Sichtweiten: zwischen 5 und 20 Metern 

Was erwartet einen vor Ort: Baracudaschulen, Schildkröten, Kugelfische, Schnecken, sowie ab und an Leopardenhaie.

Unser Tagesablauf…

Uns ereilte eine berechtigte Frage. Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag?
Ok, so sieht er aus:

Aufstehen ist für mich um 6:45. Zähneputzen, anziehen und im Flipflop-Schlurfschritt schleunigst Richtung Kantine. Dort gibt es mein Lebenselexier: Kaffee! Schwarz, stark ansonsten ohne alles. Ansprechen vor dem Konsum, unerwünscht. 

Danach geht es zurück Richtung Zimmer. Badeklamotten und Staffshirt anziehen, Rucksack packen. Dort kommt nur das Nötigste rein. Wie z.B. Zimmer-, Auto- und Basisschlüssel, unsere „Bibel“ (hier stehen unsere Kundentermine drin) Handy und ein Plastiksack.

Für uns geht es dann zur Wäscherei um Badetücher für unsere Gäste zu holen. Im Schnitt ca. 10 Stück. Danach geht es in das absolute Gefahrengebiet: Die Küche! Hier lauern an jeder Ecke süße Versuchungen…leider nur für die Gäste. Der aufmerksame Leser weiß, dass unsere Staffkantine schon verdammt gut ist aber dort geht eben noch ein bisschen mehr. Hier angekommen holen wir Eiswürfel (klassisch per Schippe in den mitgebrachten Plastiksack) zum Kühlen der Getränke.


 Eine Tür weiter steht die Essensbox für unsere Gäste bereit. Wir checken anhand einer Liste ob auch alles eingepackt wurde. Wenn wir am Nachmittag Schnorchler dabei haben besorgen wir noch einen Obstkorb. 


Wir treffen uns mit Jaleel ca. 7:45 vor dem Staffdorf und es geht weiter Richtung Tauchbasis.

 Dort angekommen bereiten wir das Boot für den Tag vor. Das heißt Tanks schleppen, Equipment aufbauen, Anzüge, Flossen und Blei parat legen sowie Essen und Getränke an Bord bringen. Danach überprüfen wir ob wir genügend Ersatzmaterial dabei haben. Nachdem wir dann klatschnass geschwitzt sind freuen wir uns auf die Büroarbeit unter der Klimaanlage. Wir checken E-Mails, sehen uns das Memo (hier stehen alle Ankünfte, Interessen und Sonderwünsche der Gäste drin) an und bereiten die Bootspapiere sowie die Rechnungen vor. Wenn soweit alles erledigt ist warten wir auf den Anruf der uns unsere Gäste ankündigt. Noch kurz die Klamotten gerade ziehen, Sonnenbrille auf und bei sengender Sonne auf den Wagen warten. 

Nach Ankunft geht es zügig an Bord. Flossen und Anzüge anprobieren und Jaleel kann endlich den Motor starten. Es geht Tauchen. An Bord erledigen wir das Sicherheits-, Boots- und Tauchbriefing und versorgen unsere Gäste mit Getränken. Die Fahrt überbrücken wir mit Geschichten über die Umgebung. Am Tauchplatz angekommen helfen wir Ihnen ins Gerödel und dann geht es mit dem Kopf unter Wasser. Nach dem Tauchgang verteilen wir das Essen und nach einer angemessenen Oberflächenpause geht es erneut ins „kühle“ Nass. Die Rückfahrt ist meistens sehr entspannt. Ein paar Getränke anbieten und dann wird das Panorama des arabischen Norwegens genossen.

Zurück an der Basis sind wir gegen 13:30 und begleiten die Gäste zum Office, lassen Sie die Rechnung unterschreiben und bringen Sie zum bereits wartenden Wagen. Danach geht es für uns noch mal rund. Boot leer räumen und säubern, Equipment spülen und aufhängen, Tanks füllen, Handtücher, Essensbox und Müll auf den Truck laden und zurück zum Staffdorf. Sollte ein weiterer Trip um 14:15 anstehen beginnt alles wieder von vorn.

Im Staffdorf verteilen wir die Sachen wieder zurück an die Wäscherei und die Küche. In der Küche geben wir noch unsere Essensbestellung für den nächsten Tauchtag auf. Wir können aus 3 verschiedenen Sandwiches wählen. Veggie, Cheese und Chicken. Weiter geht’s zum Experienceoffice. Hier melden wir die Gäste für den nächsten Tag an und liefern die Rechnungen ab. Zwischendurch geht natürlich gerne mal das Telefon und wir vereinbaren die Villenmeetings für den Abend. Die Meetings finden zwischen 17 und 19 Uhr statt, dauern jeweils ca. 10-15 Minuten und bieten uns die Möglichkeit unsere Gäste kennen zu lernen, die Größen zu checken und den Papierkram zu erledigen. Für beide Seiten ein angenehmer Service.

Danach heißt es dann aber auch für uns endlich: FEIERABEND! 

Unsere erste Woche allein

Nun sind wir seit knapp einer Woche auf uns allein gestellt. Hannes ist nach Kapstadt geflogen und wir stehen da mit unserem Talent. Die ersten beiden Tage war es sehr ruhig. Kurzzeitig dachten wir schon das Telefon sei defekt. Kein Anruf, keine SMS, keine Mail. Nichts. Also verbrachten wir die Zeit mit essen, schlafen und schwimmen. Und natürlich regelmäßigen Blicken auf das Telefon.

Dann endlich ging es los. Die erste Buchung kam rein. Und es kam wie es kommen musste, wir haben vergessen das Villenmeeting zu vereinbaren. Kleinigkeit. Hier lernen wir ja nur unsere Gäste kennen, checken die Größen und erledigen mit ihnen den Papierkram. Uns blieb nun nichts anderes übrig als uns überraschen zu lassen wer da wohl vor uns stehen wird. Mittlerweile sind wir aber Profis in ablenken und ausbügeln geworden somit haben wir die Situation ziemlich gut gemeistert. An den nächsten Tagen haben wir natürlich keinen Villentermin mehr vergessen und waren gut auf die nächsten Gäste vorbereitet. 

Nach 3 gut gebuchten Tauchtagen hatten wir den heutigen Vormittag frei und sind nach Dibba gefahren. 


Unser roter PS-Bolide macht derzeit beim starten einige zicken. Das heißt für uns, Motorhaube auf, raus aus dem Wagen, an der Batterie ruckeln, zurück in den Wagen und versuchen zu starten. Gerne wiederholen wir Spiel, mehrfach, bei über 40 Grad. Dann ging es für uns über die Berge, Jaleel immer an unserer Seite, bis nach Dibba. Dort angekommen mussten wir tanken, Motoröl besorgen, die Jungs zum Friseur und ich Kaffee trinken. Die Zeit verging wie im Flug. Wir werden Dibba auf jedenfall noch einen weiteren Besuch abstatten. 


Zurück ging es wieder über die Berge. Wer mal die Serpentinen nach Port Valdemossa (Mallorca) oder Alaro (Mallorca) gefahren ist, kann erahnen wie sich diese 5 Kilometer Bergmassiv vor uns erstrecken. 
Unser nächster Termin in Zighy Bay erwartet uns. Deutsche, die gerne vorab die Basis besichtigen wollen. Kein Problem. Bestens gelaunt ging es danach zur Stärkung in die Katine, umziehen und wieder zurück zur Tauchbasis (nach x-maligen raus aus dem Wagen, an der Batterie ruckeln, rein in den Wagen) um die nächste Ausfahrt vorzubereiten. Jaleels kurzer aber treffender Kommentar nach der Ankunft : „Where is the ice?!“ brachte uns dann doch kurz ins stocken. Könnte es sein, dass wir vergessen haben das täglich benötigte Eis für kalte Getränke zu besorgen? Ähm, ja….also rein in Wagen, an der Batterie ruckeln, raus aus dem Wagen, zurück zum Staffdorf, Motor laufen lassen ( 😉) , Eis besorgen und zurück zur Basis. Ich weiß nun zum einen wie schnell der Wagen fährt und zum anderen was wir auch nicht mehr vergessen werden…

P.S: mittlerweile habe ich den Wagen repariert. ..

Erfahrungen mit Tauchgästen

Hier wollen wir euch einen kurzen und sicherlich nicht ganz vollständigen Überblick über unsere Gäste geben.

Fotos sind mit Gästen hier nicht wirklich gestattet, aus gutem Grund heisst der Ort auch „Hideaway“…

Ein Ausflug mit arabischen Frauen: Tja Männer, was soll ich sagen, ihr seit an Bord nicht erwünscht. Somit hatte ich eine entspannte Mädelsausfahrt. Da Frauen im Oman keine Boote steuern dürfen, war der Kapitän der einzige Mann an Bord. Allerdings musste dieser während der gesamten Fahrt den Blick geradeaus halten. Ihm war es nicht gestattet die Damen anzusehen oder mit Ihnen zu sprechen. Auch Händeschütteln gibt es nicht. 

Die Frauen zogen sich entweder im Séparée um oder trugen bereits ihre verschleiernde Badekleidung. Desweiteren hielten sie strikt ihre Haare bedeckt. Kaum waren wir außer Sichtweite des Hafens wurde geschnattert, gelacht und auch schon der erste Kontakt mit der Schnorchelausrüstung aufgenommen. Zudem waren Sie unglaublich freundlich und neugierig auf das was sie erwarten wird. Nach Ankunft am Schnorchelplatz wurde jauchzend ins Wasser gesprungen und die Unterwasserwelt erkundet. Auch wenn deren Sitten und Gebräuche sicherlich etwas anders sind, bleiben es trotzdem einfach nur Mädels die Spass haben und neue Erfahrungen machen wollen. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Trip!

Dann hatten wir noch ein paar schwule Araber. Wie auch in Europa, sind Homosexuelle immer sehr angenehme Kunden. Sehr aufgeschlossen und überaus höflich und Spendabel noch dazu. We like!

Mit Dänen ist man immer schnell im Gespräch. Jeder war ja schließlich irgendwann mal in Dänemark. Ein paar Worte auf Dänisch und schon ist das Eis gebrochen. Die meisten haben auch einen Bootsführerschein und so lässt Jaleel die Gäste auch gerne mal für ein paar Minuten ans Steuer. Wir hatten nur gute Erfahrungen mit den Gästen aus dem Norden zumal diese auch sehr entspannt und freundlich sind. 

Auch die Taucher aus Down Under sind absolut relaxed. Sie wollen sehr oft wissen was in Deutschland so geschieht sind aber auch durchaus informiert. Zumindest kennen sie Frau Merkel und die Flüchtlingsproblematik. Obwohl sie alle schon im Great Barrier Reef getaucht sind, sind sie trotzdem positiv überrascht über die Riffe hier im Oman. Wahrscheinlich weil es hier keine Korallenbleiche gibt. Auch von den Bergen, die hier förmlich aus dem Golf schießen sind sie höchst beeindruckt. Man nennt den Oman deshalb auch Norwegen von Arabien. 

Unsere wenigen Französischen Gäste, haben mich (Nils), bisher sehr überrascht. Zum einen haben diese sehr gut Englisch gesprochen und zum anderen waren sie auch sehr höflich. Aus einigen Urlauben in Frankreich hatte ich da ganz andere Erfahrungen gesammelt. Wir haben zusammen nochmal die EM Revue passieren lassen, aber haben auch über die Terroranschläge in Nizza geredet. Sicherlich nicht die besten Themen, aber es lag ihnen schon auf der Seele. Das wir darüber sehr gut informiert waren und mit ihnen drüber reden konnten, tat ihnen sicherlich gut. Zumal sie weit weg von der Heimat waren. Anyway. Unter Wasser waren die sorgen dann schnell vergessen und ein kleines Trinkgeld gab es auch. Mission accomplished!