Tauchen mit Behinderungen 

Stand ich ich zum Anfang etwas skeptisch gegenüber. Mir war nicht wirklich klar, wie das gehen sollte und ganz ehrlich gesagt, hatte ich auch etwas Angst davor, das ich was falsch machen würde.
Es war fast vor einem Jahr, da kamen wir irgendwie auf die Idee uns noch Fortzubilden in Sachen tauchen. Specialties hatten wir schon alle, die uns interessiert haben und so stolperten wir über das Angebot von der IDDA der International Disabled Divers Association.

http://www.i-d-d-a.com

Durch unseren Hamburger PADI Course Director Martin Zeschke wurde der Kontakt hergestellt und nach kurzen Überlegungen dann ein Termin für den Instructor Course vereinbart. 

Als es dann soweit war, kam gleich  (der eigentliche konsequente) Hammer, einer der Course Directors saß im Rollstuhl. Aber im Moment darauf war uns klar: nur so macht ein Kurs Sinn. Denn in der Praxis kann man es nicht Simulieren, behindert zu sein. Aber zuerst kam die Theorie. Wir hatten uns schnell geeinigt, das wir diese an einem Tag durchziehen wollten. Damit wir danach viel Praxis haben, was uns sinnvoller erschien  (zu recht). In der Theorie ging es hauptsächlich um Standarts in der Ausbildung sowie um die verschiedenen Arten von Behinderungen. An dieser wird dann entschieden, inwieweit der Taucher ausgebildet werden darf und worauf man zu achten hat.

In der Praxis wurde uns dann beigebracht, wie man einen Rollstuhlfaher ins Wasser bringt, ohne den Taucher zu verletzen. Auch wie man einen behinderten Menschen die Ausrüstung anlegt und ihm die eventuelle Angst nehmen kann. Verletzungen sind bei Behinderten extrem gefährlich. Zum einen heilen diese sehr schlecht und können auch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Im Wasser wurden uns dann verschiedene Tauchtechniken gezeigt. Wie man zum Beispiel nur mit den Armen und speziellen Handschuhen taucht. Sehr anstrengend übrigens. Aber auch wie man auf dem Rücken schwimmend, jemanden unter Wasser das tauchen lehrt. Wirklich nicht leicht aber nach ein wenig Übung hat es sogar Spaß gemacht. Auch diverse Ausstiegsmöglichkeiten wurden gezeigt. 

Das interessanteste war die Aussage des Rollstuhlfahrenden Instructors, das er viel weniger Medikamente nehmen muss, wenn er tauchen geht. Die Spastiken sind danach für Tage verschwunden. Das war wahrscheinlich auch das interessanteste an dem Kurs. Tauchen kann bei behinderten: 

  • Die Atmung verbessern
  • Das Selbstvertrauen stärken
  • Fähigkeiten steigern
  • soziale Kontakte fördern  
  • Bewegungsfunktionen aufrechterhalten und fördern 
  • Muskelgewebe stärken
  • Koordination verbessern 






Tauchen kann also auch zur Therapie eingesetzt werden. Teilweise wird das auch von Krankenkassen anerkannt. Oder es wird von der Berufsgenossenschaft gefördert, wenn man beispielsweise durch einen Arbeitsunfall behindert geworden ist. Uns allen hat der Kurs sehr viel Spaß gemacht und auch mal gezeigt, wie gut es einem doch geht. Der Folgende Spruch sollte man sich öfter mal bewusst machen:

Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit wieder genommen werden kann. Barrierefreiheit entsteht immer zuerst in den Köpfen.


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7 Gedanken zu “Tauchen mit Behinderungen 

  1. Großartig, will ich auch irgendwann noch machen. Hatte mit der IDDA 2015 auf der BOOT mal Kontakt, nette Truppe, super professioneller Eindruck und das Wissen viel zu wenig Menschen! Top!

    Gefällt 1 Person

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